Wenn im Tegernseer Tal 1000 Jahre Klosterhof gefeiert werden, dann darf die Ritterschaft der Maxlrainer Tafelrunde aus dem benachbarten Inntal nicht fehlen. Sie bauen ein Lager auf der Festwiese auf und haben einiges zu bieten.

Gegründet 2014 als Verein auf Initiative des Maxlrainer Braumeisters haben sich die Ritter der Tafelrunde inzwischen auf vielen Mittelaltermärkten und -festen einen Namen gemacht. Zum Klosterhoffest werden ca. 10 bis 13 Ritter ihres 25 Mitglieder großen Vereins kommen. Dort werden sie ein Ritterlager, bestehend aus fünf Zelten aufbauen und das Lagerleben darstellen. Da wird dann auch gekocht und getrunken, allerdings kein Maxlrainer Bier. Denn beim Klosterhoffest gibt es schließlich das heimische Tegernseer.

Highlight: ein Ritterschlag mit Urkunde

Höhepunkt ist zweimal am Tag ein Kinderritterturnier. Mit Steckenpferd und Lanze sollen die Nachwuchsritter mehrere Figuren „runterstechen“ und dann den Drachen auf einer Burg zur Strecke bringen. Der Sieger des Stechens erhält einen Preis.

Ambitioniertere Ritter und Ritterinnen können sich für den Ritterschlag melden. Sie werden eingekleidet, bewaffnet und von der Schar der Ritter der Tafelrunde auf eine Bühne geleitet. Dort erhalten sie den Ritterschlag. Auf einer Urkunde, geschrieben in altdeutscher Schrift auf handgeschöpftem Papier der (ritterlichen) Gmunder Büttenpapierfabrik, wird ihre neue Würde verbrieft.

Die Rittersleut sind ganz Normale

Doch wer steckt dahinter, wer sind die Maxlrainer Ritter der Tafelrunde? „Ganz normale Leute“, sagt ihr Vorsitzender Axel Hascher. Im 21. Jahrhundert ist er selbständiger Handelsvertreter, seine Frau, die seine Leidenschaft fürs Mittelalter teilt, arbeitet in einem Büro. „Der Unterschied zu anderen Leuten besteht allerdings darin, dass wir keinen Jahresurlaub im klassichen Sinne am Meer oder in den Bergen verbringen, sondern zwischen Ende März und Ende Oktober an rund zwölf Mittelalter-Veranstaltungen in ganz Bayern teilnehmen“, erklärt Axel Hascher.

Und dazwischen gibt es auch allerhand zu tun. Teile ihrer Ausrüstung für das Ritterlager und die Bekleidung fertigen die Haschers und ihre Ritterfreunde selbst. Was sie nicht selbst herstellen können, die Waffen und Rüstungen zum Beispiel, kaufen sie bei Kollegen aus der Mittelalter-Szene. Da gibt es eine große Händlerschar, die alles herstellt und verkauft, was der Rittersmann und das Burgfräulein so brauchen.

Lange Haare und Bärte sind nicht Pflicht

Und wie sieht’s aus mit den Bärten und der Haartracht? Da nehmen es die Maxlrainer Ritter nicht so streng. Manche tragen lange Haare, weil es sich mit ihrem Beruf vereinbaren lässt. „Ich würde es auch so machen, wenn ich könnte“, sagt Hascher und meint bedauernd: „Aber mir würden wohl keine langen Haare mehr wachsen.“